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Stress und Querelen am Hochzeitstag

Heiraten: So vermeiden Sie Konflikte am Hochzeitstag

Eine weinende Braut, peinliche Eskapaden zwischen Familienangehörigen und andere Schwierigkeiten am Hochzeitstag – das muss nicht sein! Allerdings sollte sich jedem Brautpaar bewusst sein, dass es während der Planungsphase und auch am Hochzeitstag durchaus zu Pannen oder Konflikten kommen kann. Diese sind quasi unvermeidbar. Denn wo viele unterschiedliche Personen aufeinander treffen, kommt es meist immer zu kleineren Auseinandersetzungen. Doch welches sind eigentlich die häufigsten Streitpunkte im Rahmen einer Hochzeit und wie können diese vermieden werden? Wir verraten es Ihnen und geben Tipps, wie sich größere Hochzeitskatastrophen vermeiden lassen …

Vermeiden Sie Stress und Querelen am Hochzeitstag (Foto: © alphaspirit / Dollarphotoclub)

Vermeiden Sie Stress und Querelen am Hochzeitstag (Foto: © alphaspirit / Dollarphotoclub)

Achtung, die Gästeliste!

Für die meisten Paare ist die Auswahl der Gäste der schwierigste Punkt auf der Hochzeitsliste. Denn schon in der Planungsphase kann die Gästeliste für die Hochzeitsfeier eine Herausforderung sein. Zum einen, weil die Anzahl der Gäste begrenzt werden muss, zum anderen, weil Tante Monica im privaten Klinsch mit Onkel Stephan liegt. Manche Familienschwierigkeiten wiegen tatsächlich so schwer, dass selbst an einem so schönen Anlass wie einer Hochzeit der Streit nicht beigelegt werden kann. Wichtige Fragen und Tipps für die Erstellung der Gästeliste zur Hochzeit:

  • Gibt es Einschränkungen bei der Anzahl der Gäste aufgrund des Budgets?
    Falls ja, sollten Sie mit Ihrem Partner eine Anzahl an Gästen festlegen, die jeder für die Erstellung einer Prio-Liste nutzen kann. So darf beispielsweise die Braut 25 Wunsch-Gäste auf eine Liste setzen und auch der angehende Bräutigam erhält 25 Stimmen für die Gästeliste. Am Ende wird ausgewertet und abgeglichen.
  • Grenzen ziehen!
    Personen, mit denen Sie seit über einem Jahr nicht mehr Kontakt hatten, müssen am großen Tag nicht mit dabei sein. Auch Verwandte, die man persönlich eigentlich gar nicht kennt, müssen zur Hochzeit nicht eingeladen werden.
  • Was tun mit Streithähnen?
    Gibt es interne Familienstreitigkeiten, kann es auf einer Hochzeit zu unangenehmen Begegnungen kommen. Um größere Eskalationen an Ihrem großen Tag zu vermeiden, können Sie im Vorfeld bei den beiden Streithähnen anrufen und antesten, ob das Kriegsbeil für den Tag der Hochzeit begraben werden kann. Ein dezenter Hinweis, dass dies wünschenswert wäre, dürfte eigentlich reichen. Falls dies nicht der Fall sein sollte, laden Sie die verfeindeten Parteien einfach wieder aus beziehungsweise gar nicht erst ein.

Achtung, die Sitzordnung auf der Hochzeit!

Die Sitzordnung kann zum Streitpunkt auf der Hochzeit werden (Foto: © PhotoeffectbyMarcha / Dollarphotoclub)

Die Sitzordnung kann zum Streitpunkt auf der Hochzeit werden (Foto: © PhotoeffectbyMarcha / Dollarphotoclub)

Ein gleichermaßen kniffliges Thema ist die Sitzordnung auf der Hochzeit. Wer sitzt mit wem an welchem Tisch und welcher Konstellation? Wie sieht die Anordnung rund um den Brauttisch aus? Welche Form der Tische ist am idealsten?

Grundsätzlich liegen runde Tische bei Hochzeitsfeiern im Trend. Die Anordnung der Tische rund um den Brauttisch hängt jedoch maßgeblich von der Hochzeitslocation ab. Findet eine Feier beispielsweise im Freien statt, eignen sich auch längere Tafeln oder Stehtische im Garten.

Die Sitzordnung auf der Hochzeit kann ein heikles Thema sein. Am Brauttisch nehmen traditionell die Familien um Braut und Bräutigam Platz. Die Braut sitzt rechts neben dem Bräutigam. Der Bräutigam selbst sitzt standesgemäß neben seinen Schwiegereltern. In Zeiten von Patchwork-Familien und Co. ist der Brauttisch jedoch gar nicht mehr so leicht zu planen. Sind Eltern geschieden, kann es mitunter sinnvoll sein, die Ex-Partner NICHT zusammen an den Brauttisch zu setzen. Selbst wenn es nur zwei Stunden eines langen Abends sind, können diese bereits zu lang sein, sodass der Stress vorprogrammiert ist! In diesem Fall lautet der Rat: Brechen Sie mit Traditionen und planen Sie für die Sitzordnung stattdessen verschiedene Familientische. Wer möchte, setzt an den Brauttisch einfach Trauzeuge und Trauzeugin und umgeht somit eventuellen Eifersüchteleien. Denn so wird kein Familienteil benachteiligt und ein harmonisches Hochzeitsessen ist sicher.

Tipp für die Sitzordnung auf der Hochzeit:
Denken Sie auch daran: Sie werden es bei der Sitzordnung eh nicht allen recht machen können. Von daher entspannen Sie sich und machen Sie sich frei von unerreichbaren Ansprüchen.

Tipp für die Anordnung der Tische im Saal:
Setzen Sie Senioren nicht direkt an den Rand der Tanzfläche oder in die Nähe des DJ-Pults. Sie als Brautpaar hingegen sollten von Ihrem Tisch aus direkten Blickkontakt zum DJ halten können.

Sitzordnung auf der Hochzeit: Durchmischen oder nach Freundschaften anordnen?

Heutzutage gibt es bei Hochzeiten kaum mehr feste Regeln, wie etwa bei der Sitzordnung. Die Frage, ob man die Sitzordnung durchmischen kann oder doch eher nach eh schon bestehenden Freundschaften beziehungsweise Bekanntschaften anordnen sollte, ist jedem Brautpaar selbst überlassen. Grundsätzlich ist es natürlich empfehlenswert, wenn sich Sitznachbarn zumindest schon ein bisschen kennen. Gibt es Singles auf Hochzeiten, die Sie gerne miteinander bekannt machen möchten, können Sie auch mal etwas wagen und zwei Fremde an einem gemeinsamen Tisch platzieren. Auch für das Durchmischen spricht einiges. Wichtig ist hierbei jedoch, dass die durchmischten Personen zum Beispiel gemeinsame Interessen haben oder auch in Hinblick auf ihr jeweiliges Naturell zusammen passen. Es gibt doch nichts Schöneres als eine Hochzeitsfeier, auf der neue Freundschaften geschlossen werden oder eine neue Liebe entsteht!

Sitzordnung an den Hochzeitstischen

Den Brauttisch in Hinblick auf die Sitzordnung genau festzulegen, ist durchaus sinnvoll. Bei den übrigen Gästetischen ist es bei mehreren runden Tischen grundsätzlich ausreichend, zu definieren, wer an diesem Tisch Platz nimmt. Wo genau jeder einzelne sitzt, kann dann die Hochzeitsgesellschaft frei entscheiden. Wer allerdings eine lange Hochzeitstafel für die Feier vorgesehen hat, sollte die Sitzordnung konkret mit Namenskärtchen festlegen. Das beschleunigt das Platznehmen und mitunter auch den Service, wenn es um das Servieren der Speisen für beispielsweise Vegetarier geht.

Achtung, Alkohol!

Vorsicht vor Autoritätsverlust durch zu hohen Alkoholkonsum auf der Hochzeitsfeier (Foto: © alenazamotaeva / Dollarphotoclub)

Vorsicht vor Autoritätsverlust durch zu hohen Alkoholkonsum auf der Hochzeitsfeier (Foto: © alenazamotaeva / Dollarphotoclub)

„Einer geht noch!“ – wo, wenn nicht auf einer Hochzeit, feiert man ein rauschendes Fest und stößt auf die Liebe zweier Menschen an! Ein Sekt hier, ein Aperitif da, kurz noch ein Bier an der Bar mit dem Freund und schon kommen an einem solchen Tag mehr Drinks zusammen, als man eigentlich verträgt. Mit der zunehmenden Alkoholkonzentration im Blut sinkt allerdings die Hemmschwelle mancher Personen und eine lockere Zunge oder ein nicht mehr so gut funktionierender Gleichgewichtssinn sind die Folge.

Was bei dem einen noch als ganz charmant angesehen wird und zum Schmunzeln aller Anwesenden Gäste führen kann, wirkt im Rahmen der eigenen Familie aber schnell einfach nur peinlich. Gibt es bestimmte Kandidaten im Familienkreis, auf die in puncto Alkohol besonders Acht gegeben werden sollte? Bitten Sie am besten Bruder oder Schwester oder jemand anderen aus der Familie darum, einen Blick auf die jeweilige Person zu werfen.

Autoritätsverlust vermeiden

Aber auch für die Brautleute gilt: Aufpassen mit dem Alkohol! Schließlich möchten Sie an Ihrem Hochzeitstag einen guten Eindruck hinterlassen. Und auch auf den Hochzeitsfotos wollen Sie schließlich glänzen und nicht mit unkontrollierten Gesichtsausdruck auffallen. Vermeiden Sie an Ihrem Hochzeitstag unbedingt einen solchen Kontrollverlust – Sie wollen schließlich nicht mit einem riesen Zoff mit dem Partner in Ihr Eheglück starten, oder?

Braut und Bräutigam hinter Sprechblasen

6 Themen, über die Sie vor der Hochzeit sprechen sollten

Es muss ja nicht gleich das voreheliche Beratungsgespräch sein, aber ein paar entscheidende Dinge sollten Sie als Paar vor der Hochzeit besprochen haben. Vielleicht ist es auch das Letzte, worüber Sie sich zurzeit Gedanken machen. Schließlich findet Ihre Hochzeit in knapp einem Monat statt?

Ohne die Romantik vor der Hochzeit zu bremsen, es gibt ein paar Gespräche, die Sie mit Ihrem Partner vor dem großen Tag geführt haben sollten. Idealerweise vielleicht schon vor der Verlobung.

Diskussionsstoff für die Zeit vor der Hochzeit

Natürlich sollen Sie nicht streiten und Grundsatzdiskussionen anzuzetteln, ist generell keine gute Idee. Ein paar wichtige Vorstellungen vom Leben, gemeinsame Werte und Ziele sollten Sie aber teilen – sie sind die Basis für eine glückliche Hochzeit und Ehe.

1. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Kinder oder keine Kinder?

© LynxVector / Dollar Photo Club

© LynxVector / Dollar Photo Club

Wenn dieses Thema nicht bereits hinlänglich besprochen wurde, ist es spätestens jetzt an der Tagesordnung: Kinder, ja oder nein? Das Gespräch sollte allerdings nicht bei einem gemeinsamen „Ja, wir wollen Kinder“ oder „Nein, wir wollen keine“ enden. Auch Fragen zur Kindeserziehung sind zu klären. „Wie verhalten wir uns, wenn das Kind nicht gehorchen will?“. Laut Familien- und Paartherapeuten sind dies klassische Streitpunkte und Krisensituationen, die Paare in einer Ehe durchlaufen.

Bei der Frage „Wie viele Kinder wollen wir haben?“ hingegen sind verschiedene Vorstellungen und Wünsche zunächst vollkommen ok. Meist findet das Paar nach dem ersten Kind heraus, wie viele Kinder es sich in Zukunft wünscht. Wer also vor der Hochzeit noch nicht über die gewünschte Anzahl an Kindern übereinstimmt, muss sich keine Sorgen machen.
Wichtig ist, dass die grundlegende Einstellung zum Thema die gleiche ist. Und vor allem die Frage geklärt ist: „WANN wollen wir Kinder?“

2. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Geld und Karriere

© ylivdesign / Dollar Photo Club

© ylivdesign / Dollar Photo Club

Einer der häufigsten Streitpunkte in der Ehe sind die Finanzen. Vor der Hochzeit sollten Sie klären, wie die Budgets in Zukunft verteilt sind. Wollen Sie weiterhin getrennte Konten führen oder legen Sie sich ein gemeinsames Partnerkonto zu? Eine Möglichkeit ist es, getrennte Konten beizubehalten, gleichzeitig aber ein gemeinsames Konto für allgemeine Ausgaben wie Miete, Pacht, Verpflegung und Strom zu führen. Persönliche Ausgaben können dann über das weiter bestehende eigene Konto getätigt werden. Wichtig ist, dass Sie ein Modell finden, dass sie beide zufrieden stellt. Auch hierbei gibt es wie bei anderen heiklen Themen keine Patentlösung.

Und wenn Sie gerade schon im Thema sind, bietet sich jetzt auch die Möglichkeit, über zukünftige Karrierepläne zu sprechen. „Wo siehst du dich in 5 Jahren?“ – auch wenn die Frage zunächst banal erscheint, kann sie viele Antworten auf weitere spannende Aspekte aufzeigen. Wenn es Uneinigkeit über die täglichen Arbeitszeiten gibt, ist dies übrigens noch kein Grund zur Sorge. Ein größeres Thema wird es vielleicht schon, wenn jemand nach der Hochzeit täglich 12 bis 14 Stunden auf der Arbeit verbringt. Auf der anderen Seite kann es für beide von Vorteil sein, wenn auf diese Weise finanzielle Stabilität in die Ehe kommt. Auf lange Sicht ist dies dann ein Tauschgeschäft, das Eheleute durchaus eingehen sollten.

3. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Richtig streiten

© vvalentine / Dollar Photo Club

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Kleine Streitereien lassen sich meist nicht verhindern, auch nach der Hochzeit nicht. Was sich aber ändern lässt, ist wie Paare mit Streitsituationen umgehen. Problematisch wird es beispielsweise, wenn der eine bei Streitigkeiten abblockt und nicht mehr redet, während der andere nicht zu Bett gehen kann, ohne das Problem auszudiskutieren.
Hier sollte ein gemeinsamer Konsens gefunden werden und jeder sollte versuchen, sich ein wenig zurück zu nehmen.

Typische Streitpunkte vor und nach der Hochzeit sind übrigens der Haushalt und die häuslichen Pflichten wie Bad putzen und Ähnliches. Es ist ok, hier Meinungsverschiedenheiten zu haben oder ein anderes Bedürfnis nach Ordnung zu verspüren. All dies sind Kleinigkeiten, an denen sich gut arbeiten lässt, wenn die Kommunikation stimmt.

4. Gesprächsthema vor der Hochzeit: K.O.-Kriterium einer Ehe

Wenn es etwas gibt, das man als Partner in einer Ehe nicht toleriert, sollte dies auf jeden Fall vor der Hochzeit thematisiert werden. Sie können es auf den Tod nicht ausstehen, wenn ihr Partner ständig flirten würde? Ein Thema, das vor der Hochzeit auf jeden Fall vom Tisch sein sollte. Oder würde es Sie nerven, wenn Ihre Frau das gesamte Ersparte regelmäßig bei Shopping-Touren verprasst? Ansprechen, bitte! Es gibt viele heikle Themen, die Sie als Partner auf die sprichwörtliche Palme bringen könnten. Wichtig ist nur, dass Sie die Grenzen und K.-o.-Kriterien des anderen kennen. Besser spät als zu spät!

5. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Hobbies und Freizeit

© Alex White / Dollar Photo Club

© Alex White / Dollar Photo Club

Paare, die die gleichen Hobbies pflegen, haben es häufig leichter. Das Verständnis für die große Leidenschaft ist einfach da, weil man sie ja teilt und so viel leichter nachvollziehen kann. Unausgeglichen wird es meist dann, wenn einer einem Hobby nachgeht, der andere aber gar keins hat. Dann fällt es dem Partner schwer, Verständnis für Fussballverein, Bundesliga und Co. aufzubringen. Loten Sie daher vor der Hochzeit aus, wie viel Bedeutung und Zeit das Hobby des anderen einnimmt. Ein weiterer Streitpunkt – vor als auch nach der Hochzeit – kann die Gestaltung der Freizeit sein. Sie geht leidenschaftlich gerne ins Theater – Er ist hingegen eher der Kulturbanause? Schaffen Sie Ausgleich, indem Sie nach Alternativen suchen. Ins Theater kann auch der beste Freund oder die beste Freundin mitgehen. Grundsätzlich aber ist es immer auch schön und wohltuend für jede Beziehung, wenn gemeinsame Dinge erlebt werden. Überlegen Sie, was Ihnen beiden Spaß bringt und suchen Sie sich gegebenenfalls sogar ein gemeinsames Hobby. Dies kann wie Klebstoff für die eigene Ehe sein…

6. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Gemeinsame Werte

© elenaostapenka / Dollar Photo Club

© elenaostapenka / Dollar Photo Club

Werte, moralische Vorstellungen und Religion sind auch heutzutage Themen, die zu großen Konflikten führen können. Wer es nicht schon längst getan hat, sollte sich die Zeit nehmen, mit seinem Partner die wirklich wichtigen Dinge zu besprechen. Welche Werte sind einem wichtig? Wie sehen konkret die eigenen moralischen Vorstellungen aus? Und welche Rolle spielt die Religion dabei? Dies bestimmt ja auch oftmals, wie geheiratet werden soll. Wenn der eine Partner stark gläubig ist, der andere hingegen nicht, kann dies schon zu ganz unterschiedlichen Vorstellungen einer Hochzeit führen. Für den einen ist eine Hochzeit mit kirchlicher Trauung das absolut wichtigste – für den anderen hingegen eine Trauung in der Kirche kaum vorstellbar. Und wie sieht es aus, wenn Sie unterschiedlichen Konfessionen angehören? Vorweg sei gesagt: Auch dies sind lösbare Dinge. Mit der nötigen Toleranz und dem gegenseitigen Respekt voreinander lässt es sich gelassen und entspannt in den Hafen der Ehe einlaufen.

Drei Brautjungfern mit ihrer Braut

Plötzlich Brautjungfer – und nun?

Brautjungfern mit Braut

Brautjungfern – liebevolle Unterstützung für die Braut (Foto: © Кирилл Рыжов – Fotolia)

Die meisten kennen Hochzeiten mit Brautjungfern nur aus Hollywood-Filmen. Zwischen 3 und 6 Brautjungfern scharen sich am großen Tag rund um die Braut. Ganz im Stil der US-amerikanischen Tradition harmonieren die Brautjungfernkleider mit der Farbe des Kleides der Braut und runden so das Gesamtbild besonders hübsch und einheitlich ab. Aber auch die männlichen Pendants zu den Brautjungfern bilden samt einheitlicher Anzugfarben und Krawatten einen ästhetischen Rahmen. Während die Brautführer den Bräutigam unterstützen, begleitet idealerweise die gleiche Anzahl an Brautjungfern die Braut für dieses besondere Ereignis. Am großen Tag dann können Brautführer und Brautjungfern gemeinsam Hand in Hand den Gang in der Kirche zum Altar entlang gehen und für das Brautpaar Spalier stehen.

Brautjungfern – eine alte Tradition

Brautjungfern sind die Helferinnen der Braut – sie sind erlesene Freundinnen, die in der Zeit vor der Hochzeit eine bedeutsame Rolle einnehmen: Sie unterstützen die Braut nicht nur planerisch und organisatorisch, sondern auch emotional auf allen Ebenen. Der Brauch der Brautjungfer geht bis ins Mittelalter zurück, als der Aberglaube und der Glaube an Hexen und Geister noch stark verbreitet waren. Demnach suchte die Braut damals die Brautjungfern vor allem aus, damit diese die Aufmerksamkeit der Dämonen und bösen Geister auf sich zogen und das Brautpaar vom Unheil verschont blieb.

Der Brautjungfern-Brauch heute

In der heutigen Zeit hat sich die Funktion der Brautjungfern zum Glück geändert. Inzwischen besteht der Brauch vor allem darin, dass die Braut Brautjungfern auswählt, die sie bei der Hochzeitsplanung unterstützen. Die Wahl des Brautkleides, des Stylings und des Schmucks ist nicht immer leicht. Manchmal wissen die engsten Freundinnen am besten, was der Braut steht und was nicht so zum Typ passt. Denn allzu häufig kommt es vor, dass sich die Braut in puncto Styling total vergaloppiert. Der eigentlich natürliche Typ sieht am Tag der Hochzeit aus wie in einen Farbeimer gefallen. Eine Himmeldonnerwetter-Frisur, unnatürliches Make-up und dazu ein Prinzessinnenkleid, das eher an einen Walt-Disney-Film erinnert als an ein Hochzeitskleid. Das können gute Freundinnen wie Brautjungfern verhindern, indem sie der Braut dezente Hinweise geben, was ihr steht und worauf sie besser verzichten sollte.

„Willst Du meine Brautjungfer sein?“

Der Trend hin zu mehreren Brautjungfern, die eine ähnliche Funktion haben wie eine Trauzeugin, setzt sich auch hierzulande immer mehr durch. Häufig fällt es der angehenden Braut nämlich richtig schwer, nur eine Trauzeugin auszuwählen. Oftmals sind es gleich mehrere Freundinnen, die einen ein Leben lang durch dick und dünn begleitet haben – da ist es nur allzu verständlich, wenn sie alle für dieses bedeutsame Ereignis ausgewählt werden sollen.

Doch wie fragt man am elegantesten, ob Freundinnen als Brautjungfern auftreten möchten? Nachstehend ein paar Ideen und Möglichkeiten:

  • Laden Sie zum Lunch ein und fragen Sie zu diesem Anlass diejenigen Freundinnen, ob sie als Helferinnen zur Verfügung stehen möchten.
  • Fragen sie jede Freundin einzeln bei einem persönlichen Treffen und erklären Sie, wie bedeutsam es für Sie ist, dass Ihre Freundin Ihre Brautjungfer wird.
  • Besuchen Sie gemeinsam mit ihren engsten Freundinnen ein Event wie zum Beispiel eine Hochzeitsmesse und passen sie dort den richtigen Moment für die bedeutsame Frage ab.

Schriftlich: Fragen Sie Ihre Freundinnen doch einfach auf dem Postweg, ob sie Ihre Brautjungfern werden möchten!

  • Beschriften Sie eine hübsche Karte mit der Frage: „Möchtest Du meine Brautjungfer sein?“
  • Basteln Sie eine kleinen Überraschungskarton – in dem Karton befindet sich ein kleiner Luftballon, an dem eine Schnur samt Zettel hängt: „Ich hoffe, Du sagst auch ‚JA!‘ – Magst Du meine Brautjungfer sein?“
  • Wählen Sie eines der schönsten Fotos von Ihnen und Ihren Freundinnen und lassen sie dieses als Postkarte drucken. Auf der Rückseite notieren Sie handschriftlich die alles entscheidende Frage: „Willst du meine Brautjungfer sein?“

Brautjungfer: Aufgaben und Rolle auf der Hochzeit

Nachdem feststeht, wer Brautjungfer wird, beginnt alsbald die große Fragerei: Was sind eigentlich die Aufgaben und Pflichten der Brautjungfern? Was muss alles organisiert werden? Ein Überblick für all jene, die im Bilde sein wollen:

Brautparty

Zu den Aufgaben der Brautjungfern zählt die Organisation einer Brautparty. Der Brauch stammt aus den USA und wird dort auch als Bridal Shower bezeichnet. Hier geht es im Prinzip darum, gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verbringen, sich auszutauschen und gemeinsam auf die Hochzeit zu freuen. Ob als ausgedehntes Mittagsessen oder als kleine Küchenparty mit gelieferten Snacks und Prosecco – bei der Braut-Party werden Braut-Zeitschriften durchstöbert, der Dress für die Brautjungfern besprochen und Details zum Styling und den Frisuren festgelegt.

Styling-Unterstützung

Neben der Wahl des Brautkleides gibt es noch zahlreiche andere Styling-Details, die die Braut betreffen. Gut, wenn sie hier nicht auf sich allein gestellt ist. Denn wie eingangs erwähnt, wissen Freunde häufig am besten, was einem Typ in puncto Styling und Make-up steht und gerecht wird.

Ansprechpartner für Organisatorisches auf der Hochzeit

Brautjungfern und Brautführern kommt am Tag der Hochzeitsfeier eine tragende Rolle zu. Sie sind Teil der Feierlichkeiten und daher auch Ansprechpartner für organisatorische Details. Bei Fragen und Ideen rund um den Dreh eines Hochzeitsvideos, Spiele und Ähnliches fungieren sie als Event-Manager beziehungsweise Zeremonienmeister.

Braut-Support in allen Belangen

Im Vorfeld einer Hochzeit kommt einiges auf das Brautpaar zu. Als Brautjungfer sind Sie primär dafür verantwortlich, eine zuverlässige Unterstützung zu sein. Ob Deko, Hochzeitspapeterie oder andere anfallende Planungen – Brautjungfern sind stets loyale Freundinnen und wissen außerdem, wann sie mit anpacken müssen.

Kleider für die Brautjungfern – Dos und Don’ts

Ein quasi ungeschriebenes Gesetz ist, dass die Hochzeitsgäste nicht hübscher gekleidet sein sollten als die Braut. Das gilt natürlich insbesondere für die Brautjungfern. Wenn es um die Auswahl der Brautjungfernkleider geht, gibt es einiges zu beachten. Zum einen müssen die Farben zur Farbe des Brautkleides passen. Zum anderen sollte das Brautjungfernkleid allen Trägerinnen gleichermaßen gut passen und allen Figuren gerecht werden können. Grundsätzlich raten Experten bei der Farbe des Brautjungfernkleides zu zarten, pastellartigen Tönen. Gemeinsame Accessoires wie zum Beispiel Fächer, Sonnenbrillen, Armschmuck und Co. runden das einheitliche Gesamtbild der Brautjungfern ab und stärken das Gemeinschaftsgefühl untereinander.

Hier noch einmal ein Überblick für loyale und engagierte Brautjungfern und die Brautjungfernkleider:

Regel Nummer 1: Du sollst die Braut modisch nicht übertrumpfen!
Regel Nummer 2: Du sollst kein rotes oder weißes Kleid tragen – es sei denn, die Braut hat dies explizit erlaubt.
Regel Nummer 3: Stimme Dein Brautjungfernkleid dezent auf die anderen Brautjungfernkleider ab.
Regel Nummer 4: Lade weder Mutter noch Schwiegermutter zur Braut-Party ein!
Regel Nummer 5: Bewahre die Braut vor Schnapsideen und riskanten Männer-Anbahnungen beim Junggesellinnenabschied!