Sie sind bald auf eine Hochzeit eingeladen? Dann sollten Sie sich am besten schon mal Gedanken über das passende Outfit machen. Doch was darf man bei einer Hochzeit eigentlich anziehen? Welche Kleider, Farben oder Anzüge gehen und welche gar nicht? Schließlich sollen Braut und Bräutigam an diesem Tag im Vordergrund stehen. Die Hochzeitsgäste tragen auch mit ihrer Kleiderwahl einen wichtigen Teil dazu bei, dass das so ist. Wichtigste Grundregel: Niemand sollte am schönsten Tag ihres Lebens schöner aussehen als die Braut selbst. Deshalb ist es eher keine gute Idee, erst am Morgen der Hochzeit das Outfit zu checken. Wir haben Ihnen einige Tipps und Ideen zusammengestellt, wie Sie beim Hochzeitsknigge mit Ihrem Outfit auf jeden Fall richtigliegen.

Brautjungfern mit bunten Kleidern

Was sagt der Hochzeitsknigge zum Dresscode? Mit unseren Tipps sind Sie für die nächste Hochzeit als Gast garantiert schick und angemessen gekleidet. (© prescott09 – stock.adobe.com)

Kleiderordnung: Die Einladung kann Hinweise geben

Die Hochzeitseinladung kündigt nicht nur den Ort der Trauung an, sondern gibt in der Regel auch schon Hinweise auf einen Dresscode zur Hochzeit. Wer sich als Brautpaar hier noch keine Gedanken darübergemacht hat, sollte das am besten jetzt tun, damit es nicht zu Verwirrungen kommt oder nicht alle Hochzeitsgäste die gewünschte Kleiderordnung mitbekommen. Doch wie formuliert man eigentlich einen Dresscode bzw. wie versteht man die gängigen Bezeichnungen? „Festliche Garderobe“ ist beispielsweise ziemlich ungenau, weshalb wir bei der Gestaltung des Einladungstextes eher von dieser Formulierung abraten. Hier eine kleine Entschlüsselung der Dresscodes:

    li>Casual: Freizeitkleidung (z.B. Turnschuhe, Jeans etc.)

  • Smart Casual: Freizeitkleidung mit Businesslook (gedeckte Farben und Bluse statt T-Shirt)
  • Smart Casual Plus: Gehobene Kleidung (auch Abendgarderobe geht hier)
  • Business Casual: Büro-Styling (Eher selten bei Hochzeiten)
  • Informal: Abendgarderobe

Wenn sich auf der Einladungskarte kein Hinweis auf den Dresscode findet und Sie sich unsicher sind, was Sie anziehen sollen, fragen Sie am besten das Brautpaar oder nahe Verwandte, die mit der Organisation der Hochzeit vertraut sind. Egal, wie die Kleiderordnung ausfällt, letztendlich müssen Sie ein Outfit wählen, in dem Sie sich wohlfühlen und in dem Sie auch die ganze Nacht durchtanzen können.

Was trägt sie – was trägt er?

Wenn keine Kleiderordnung vorgegeben ist, dann sind Damen mit einem fröhlichen und eleganten Cocktailkleid immer bestens ausgestattet. Auch ein schickes Kostüm kann hier gewählt werden. Eine hautfarbene Strumpfhose sollte bei allen Rock- oder Kleidvarianten auf jeden Fall mit eingeplant werden. Mit einer Stola oder einem Bolero-Jäckchen sind Sie bestens ausgestattet, falls es am Abend etwas frischer werden sollte. Mittelhohe, geschlossene Pumps in einer gedeckten Farbe passen fast zu jedem Outfit.
Auch für die Herren unter den Hochzeitsgästen gilt: Der Bräutigam darf in seiner Eleganz nicht übertroffen werden. Ein lässiger Anzug, vielleicht in blau oder dunkelgrau, ist hier genau richtig. Kombiniert werden kann er mit einem hellen oder dezent gemusterten Hemd und einer passenden, zurückhaltenden Krawatte. Dunkle Lederschuhe und ein hübsches Einstecktuch runden den Hochzeitslook gekonnt ab.

Hochzeitsgesellschaft springt hoch

Für Männer und Frauen gibt es unterschiedliche Dresscode-Tipps, damit sie auf der Hochzeit richtig angezogen sind. (© Halfpoint – stock.adobe.com)

Hochzeitsknigge und No Gos: Sind schwarz und weiß erlaubt?

Diese Frage beantworten wir am besten kurz und knapp: Nein, schwarz und weiß sind als Farben für die Hochzeitsgäste tabu. Das größte No Go daneben ist, sich nicht an einen vorgegebenen Dresscode für die Hochzeit zu halten. Für Damen gilt zudem, je nach Hochzeit und Brautpaar:

  • keine Jeans & kein Minirock
  • kein allzu tiefes Dekolleté & keine durchsichtigen oder brauchfreien Blusen
  • keine gemusterten Nylon- oder Netzstrümpfe
  • kein Disco-Make-up

Die Herren der Schöpfung sollten ebenfalls einige Punkte beachten, die bei der Outfitwahl für die Hochzeit auf gar keinen Fall gehen:

  • keine knalligen Farben
  • keine Jeans und kein Lederoutfit
  • keine allzu stark gemusterten Krawatten
  • keine Sandalen, Turnschuhe oder Stiefel

In der Regel gilt außerdem: Je mehr sich Herren und Damen bei der Farbwahl zurückhalten, desto besser. Wählen Sie dezente Töne oder greifen Sie höchstens zu einigen knalligen Accessoires. Übrigens sind auf deutschen Hochzeiten Hüte wenig beliebt, denn sie gelten als absoluter Blickfang und stehlen womöglich dem Kopfschmuck der Braut die Show. Möchten Sie trotzdem einen Hut tragen, stimmen Sie das zuvor mit dem Brautpaar ab.

Dresscode für Kirche und Standesamt

Je nachdem, ob die Trauung in einer Kirche oder im Standesamt stattfindet, sollten Sie unterschiedliche Dinge für den Dresscode beachten. Während die Trauung im Standesamt in der Regel lockerer gestaltet ist und auch die Kleiderordnung weniger streng ist, können Sie gerade bei einer katholischen Hochzeit unangenehme Blicke ernten, wenn Sie zum Beispiel zu freizügig unterwegs sind. Allzu kurze Kleider und nackte Schultern werden in vielen Gegenden als Respektlosigkeit gegenüber den kirchlichen Gebräuchen empfunden, weshalb Sie bei einer Sommerhochzeit in jedem Fall ein Jäckchen für die Schultern bereithalten sollten. Dieses ist unabhängig von der Glaubensrichtung immer hilfreich, wenn es sich um ein altes Backsteingebäude handelt. Hier drin kann es auch an heißen Tagen sehr kalt sein und es wäre ja unschön, sich hier noch vor der Feier zu erkälten. Ein langes Tuch kann ebenfalls dezent umgeworfen werden und am Abend vor Kälte schützen.

Hände von Braut und Brautjungfern

Die Braut steht immer im Mittelpunkt. Das sollte auch bei der Kleiderordnung gelten. (© nataliakabliuk – stock.adobe.com)

Location und Jahreszeit haben Einfluss auf die Kleiderwahl

Strandhochzeit oder freie Trauung auf dem Schloss? Je nach Hochzeitslocation kann das Outfit und der Dresscode für die Hochzeit unterschiedlich ausfallen. Auf einer Hochzeit am Strand empfehlen sich beispielsweise eher flache Schuhe, die bei Bedarf schnell mal ausgeschüttelt und vom Sand befreit werden können. In einer bergigen Region und bei einer Hochzeit auf der Wiese empfiehlt sich eher festes Schuhwerk. Falls Sie sich nicht sicher sind, welcher Untergrund vorhanden sein wird, fragen Sie auch hier einfach nach. Findet die Hochzeit im Frühling oder im Herbst statt, sollten Sie besser ein Kleid wählen, das auch bei etwas Wind an seinem Platz bleibt und eventuell einen Regenschirm in der Handtasche oder im Auto dabeihaben. Für den Hochsommer kann ein kleiner Sonnenschirm ein hilfreiches Accessoire sein. Im Winter sollten Sie idealerweise ein 3-Schicht-System bevorzugen: zum Beispiel ein Kleid, eine Strickjacke und darüber einen Mantel.

Weitere Tipps rund um die Kleiderwahl

Sie haben das richtige Outfit gefunden, das auch perfekt zum Dresscode der Hochzeit passt? Dann haben wir noch ein paar letzte Tipps parat, damit Sie am Hochzeitstag rundum gut ausgestattet sind. Nehmen Sie, gerade wenn Sie Pumps zu Ihren Outfit gewählt haben, auf jeden Fall ein paar flache Ersatzschuhe mit. Wenn der Abend lang wird, soll er Ihnen ja nicht durch schmerzende Füße versaut werden. Sind Sie als Trauzeugin auf die Hochzeit eingeladen? Dann stimmen Sie sich farblich am besten mit den Brautjungfern und vor allem der Brautmutter ab, damit es auf den Fotos nicht zu unschönen farblichen Verstimmungen kommt.
Übrigens: Die männlichen Hochzeitsgäste dürfen Ihr Jackett erst dann ausziehen, wenn der Bräutigam selbst das Jackett auszieht. Behält er es die ganze Zeit an, dann müssen auch die Gäste weiter schwitzen. Das Jackett sollte man dann, falls vorhanden, an der Garderobe abgeben und es nicht über den Stuhl hängen.