Sie ist unterhaltend und emotional zugleich und deswegen alles andere als einfach: die Hochzeitsrede. Sie darf bei keiner Hochzeit fehlen, denn sie sorgt für einen Moment der Stille und Aufmerksamkeit, sie weckt Erinnerungen und segnet das Hochzeitspaar mit guten Wünschen. An sie werden sich die Gäste und das Paar erinnern und sie wird mit Sicherheit im Nachhinein diskutiert werden. Deswegen ist eine Hochzeitsrede auch so schwierig und es stellen sich einige Fragen: Wer sollte auf jeden Fall reden? Was sollte ich als Redner zum Thema machen? Wie lange sollte ich reden? Wem darf ich mit meinem Humor auf keinen Fall auf den Schlips treten? Lesen Sie hier, wie sie als Brautvater, als Bräutigam selbst oder als Trauzeuge eine Rede halten, die das Paar und die Gäste unterhält, Emotionen hervorruft und an die sich alle gerne erinnern.

Hochzeitsreden sind bei der Feier Pflicht. Doch wer muss eigentlich alles sprechen?(© IVASHstudio – stock.adobe.com)

Hochzeitsreden sind bei der Feier Pflicht. Doch wer muss eigentlich alles sprechen?(© IVASHstudio – stock.adobe.com)

Brautvater, Bräutigam und Trauzeuge: Wer hält die Hochzeitsrede?

Traditionell kommen bei einer Hochzeit immer der Brautvater, der Bräutigam und ein Trauzeuge oder eine Trauzeugin zu Wort. Doch natürlich können, je nach familiärer Situation, auch andere Familienmitglieder reden. Generell kann das Paar in Absprache mit Freunden und Verwandten frei entscheiden wer reden soll. Vielleicht haben Sie jemandem im Kopf, der besonders wortgewandt ist und gerne vor Publikum spricht? Offene und witzige Persönlichkeiten eigenen sich perfekt als Redner und sind gleichzeitig tolle Stimmungsmacher.
Der Tradition zufolge spricht der Vater der Braut bei der Hochzeitsfeier zuerst. Für ihn ist eine Rede sogar eine Art Pflicht, denn mit seinen Worten heißt er den Bräutigam offiziell als neues Mitglied in der Familie willkommen. Für den Vater der Braut ist die Heirat meistens ohnehin höchst ergreifend, denn symbolisch übergibt er seine Tochter nun endgültig ihrem Ehemann. Mit seiner persönlichen Rede darf und soll er seine Gefühle zeigen und dem Paar wohlwollende Wünsche übergeben. Doch er kann seinem Schwiegersohn auch humorvoll einige „Tipps“ geben, wie er mit seiner Frau umzugehen kann, denn er kennt sie seit sie ein Baby war und hat sie selbst durch Höhen und Tiefen begleitet.
Dem Brauch zufolge wird auch vom Bräutigam erwartet, eine offizielle Ansprache zu halten. Natürlich sollte seine Rede ebenfalls emotional sein. Sie sollte Dank an die Hochzeitsgäste und die Eltern der Braut ausdrücken und Freude über die Liebe, doch sie darf vor allem auch lustig sein. Die Braut darf ihren Ehemann natürlich gerne bei seiner Rede unterstützen – die Gäste finden es mit Sicherheit wunderbar, wenn das Paar seine Rede zusammen hält.

Gerne dürfen auch ein oder mehrere Trauzeugen, also Freunde des Paares, eine Ansprache halten. Mit tollen Erinnerungen an gemeinsame Zeiten mit dem Paar kann der Trauzeuge oder die Trauzeugin der Familie einen spannenden Einblick in den Bekanntenkreis und das Freizeitleben des Brautpaares geben. Die Trauzeugen dürfen ihre Hochzeitsrede auch etwas ausgefallener darbieten (etwa mit musikalischer Unterstützung) – dann ist die Rede ein toller Einstieg in eine anschließende Party.

Der perfekte Moment für eine Hochzeitsrede: Zwischen den Mahlzeiten beim großen Hochzeitsmahl. (© IVASHstudio – stock.adobe.com)

Der perfekte Moment für eine Hochzeitsrede: Zwischen den Mahlzeiten beim großen Hochzeitsmahl. (© IVASHstudio – stock.adobe.com)

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Hochzeitsrede?

Hochzeitsreden sollten generell in der ersten Hälfte der Hochzeitsfeier eingeplant werden. Das hilft, die Gäste von Beginn an ein wenig an die Hand zu nehmen. Werden die Reden zu spät gehalten, etwa erst nach dem dritten oder vierten Drink, besteht die Gefahr, dass die Redner nicht mehr die volle Aufmerksamkeit der Gäste erhalten. Doch auch hungrige Gäste sind nicht voll aufnahmefähig. Deswegen planen Sie die Hochzeitsreden lieber als feste Programmpunkte zwischen den Gängen des Festmahls: Steigen Sie zum Beispiel nach dem Sektempfang mit einer ersten Rede ein. Wer es traditionell halten will, der lässt zuerst den Brautvater sprechen. Nach seiner Ansprache kann zum Beispiel mit der Vorspeise gestartet werden. Vor dem Hauptgericht kann dann der Bräutigam oder das Brautpaar selbst zu Wort kommen. Danach ist zwischen Dessert und Kaffee noch Raum für alle weiteren Redner. Haben Sie einen Wedding Planner, überlassen Sie Ihm die Redeplanung. Sprechen Sie in jedem Fall die Zeiten mit den Rednern genau ab.

Je nachdem, wie die Reden in der Hochzeitsfeier eingebunden werden und wie viele Personen sprechen, sollte eine Rede zwischen fünf und zehn Minuten dauern. Kürzere Reden werden oft als Tischrede gehalten, das heißt, der Redner steht am Tisch auf und hält eine kurze Ansprache. Längere Reden dürfen gerne an einem Rednerpult oder auf einer Bühne gehalten werden.

Das sind Top-Themen für Ihre Hochzeitsrede

Natürlich sollte eine Hochzeitsrede sollte immer die Liebe und die Hochzeit ehren und Dank an die Anwesenden enthalten. Passende Themen sind immer Glück, tägliches Miteinander, Freunde und Familie und Wünsche für die Zukunft. Außerdem sind kleine lustige Anekdoten aus dem Alltag des Paares, aus der Kindheit der Braut oder des Bräutigams oder aus der Vorbereitungszeit der Hochzeit immer Bestandteil einer guten Hochzeitsrede – sie bilden eine gute Balance zu den ernsteren und emotionalen Momenten der Rede. Auf jeden Fall steht das frisch vermählte Paar immer im Mittelpunkt der Hochzeitsrede.

Was ist ein guter Aufbau für eine Hochzeitsrede?

Egal ob Sie als Brautvater, als Bräutigam oder als Trauzeuge sprechen – zur Orientierung können Sie sich bei Ihrer Hochzeitsrede an dieses allgemeine Muster halten: Nach einer Begrüßung der Gäste steigen Sie mit einer kreativen Einleitung ein, die auf den Hauptteil vorbereitet. Am Schluss folgen Ihre persönlichen Wünsche und Danksagungen.

Begrüßung:

  • Anrede des Brautpaares, der Eltern und der Gäste
  • Wenn Sie kreativ sind, können Sie auch mit einem kurzen Ständchen oder einem Trommelwirbel etc. die Gäste begrüßen

Einleitung:

  • Ein interessantes Zitat oder eine lustige Anekdote sorgt für die Aufmerksamkeit der Gäste
  • Sind Sie ein guter Witzeerzähler? Steigen Sie mit einem gekonnten Spruch ein!

Hauptteil:

  • Brautvater: Erzählen Sie aus der Kindheit der Braut, von ihren Eigenheiten und von Ihrer persönlichen Beziehung zu Ihrer Tochter, geben Sie dem Bräutigam humorvoll Tipps für den Umgang mit ihr; erzählen Sie auch wie Sie den Bräutigam kennengelernt haben und wie Sie das Paar zusammen erlebt haben; evtl. auch Anekdoten aus der eigenen Hochzeit und Ehe
  • Bräutigam: Erzählen Sie mit kleinen Anekdoten, wie Sie Ihre Frau kennengelernt haben, warum Sie sich in Sie verliebt haben, von besonderen Momente, was Ihre Beziehung so einzigartig macht und beziehen Sie Gäste und Freunde in Ihre Erzählungen ein
  • Trauzeuge: Erzählen Sie aus Ihrer persönlichen Beziehung und Erfahrungen zum Brautpaar und wie Sie sich das Eheleben der beiden vorstellen; gehen Sie auf besondere Eigenheiten, Hobbies oder Berufe der beiden ein; evtl. haben Sie ein paar humorvolle Tipps für das Paar?

Schluss:

  • gute und wohlwollende Wünsche an das Paar
  • Dank an die Gäste und das Brautpaar
Nach der Hochzeitsrede wird gemeinsam auf das Brautpaar angestoßen. (© Sergey Ryzhov – stock.adobe.com)

Nach der Hochzeitsrede wird gemeinsam auf das Brautpaar angestoßen. (© Sergey Ryzhov – stock.adobe.com)

Das sind absolute No-Gos bei einer Hochzeitsrede

Wenn Sie gut vorbereitet sind und ein paar grundsätzliche Dinge vermeiden, kann bei Ihrer Hochzeitsrede eigentlich nicht viel schiefgehen. Zunächst gilt auf jeden Fall: Reden Sie nicht zu lange. Hochzeitsgäste sind nach Sektempfang und bei einem Fünf-Gänge-Menu in der Regel nicht dazu aufgelegt, sich mehr als 15 Minuten eine Rede anzuhören. Dabei ist es auch wichtig, nicht zu trocken und langatmig zu reden. Denken Sie daran: Kurze Sätze und eine bildhafte Sprache machen Ihre Rede locker und fröhlich. Ellenlange Schachtelsätze und akademische Floskeln fallen raus – schließlich sind Sie bei einer Hochzeit und nicht im Bundestag.

Humor ist immer willkommen und gut für die Stimmung – solange er nicht auf Kosten der Gäste oder gar der Braut oder des Bräutigams geht. Besonders den männlichen Rednern sei gesagt: Grober Männerhumor und Schwiegermutterwitze sind auf jeden Fall zu vermeiden! Vorsicht ist auch geboten, wenn es um das Vorleben oder das Privatleben der Ehepartner geht (anstößige Bemerkungen sind ein NoGo!). Um nicht das Feingefühl zu verlieren, kann es auch hilfreich sein, sich mit dem Alkoholkonsum vor der Rede zurück zu halten.

Extra-Tipps für Ihre unvergessliche Hochzeitsrede

Eine gute Hochzeitsrede braucht auch ein wenig Vorbereitungszeit. Fangen Sie nicht erst am Vortag an, sich eine Rede zu überlegen, sondern geben Sie sich ein paar Wochen zur Vorbereitung, schließlich wollen Sie Ihre Rede auch auswendig können. Schreiben Sie sie auf jeden Fall selbst, mit ihren eigenen Worten. Wer jedoch überhaupt nicht weiß, was er sagen soll, darf auch Vorlagen aus dem Internet als Grundlage benutzen. Das allerwichtigste ist am Ende – und das ist wichtiger als der perfekte Aufbau und die beste Wortwahl – dass die Hochzeitsrede persönlich ist! Authentizität kommt immer am besten an und bleibt am längsten bei allen Gästen im Gedächtnis.

Wenn Sie am großen Tag Ihre Rede halten, stehen Sie unbedingt auf und erheben Sie erst zum Ende der Rede ihr Glas. Versuchen Sie laut und deutlich zu sprechen, wenn Sie dazu noch lächeln und den Gästen in die Augen kucken, gewinnen Sie das Publikum mit Sicherheit für sich. Der Redner sollte seine Worte mit seinem ganz eigenen Stil vortragen. Und das darf auch ausgefallen daherkommen: So ist etwa ein kleines Ständchen mit Gitarrenmusik auch eine Möglichkeit, eine Hochzeitsrede zu halten. Wenn es in die Atmosphäre passt, kann es sogar eine lockere PowerPoint-Präsentation mit Fotos und dergleichen sein. Kreativität ist bei Reden immer gerne gesehen – und eignet sich bei einer Hochzeitsrede super, um die oft anfangs verhaltene Atmosphäre aufzulockern.

Wir wünschen Ihnen viel Kreativität, ein wenig Mut und vor allem viel Spaß bei Ihrer Hochzeitsrede!