Der neue Ehename macht das Glück perfekt. (Foto: © Selora / Dollar Photo Club)

Der neue Ehename macht das Glück perfekt. (Foto: © Selora / Dollar Photo Club)

Ein gemeinsamer Ehename besiegelt die Liebe des Ehepaares und macht auf einen Blick ersichtlich: Zwei gehören zusammen. Aus zwei wird eins. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn heutzutage sind neben gemeinsamen Familiennamen auch Doppelnamen üblich.
Manch ein Paar entscheidet sich aber auch dafür zu heiraten – und trotzdem jeweils den ursprünglichen Namen beizubehalten.
Kommt ein Kind mit in die Ehe oder wird es nach der Heirat geboren, trägt dieses dann entweder den Nachnamen der Mutter oder des Vaters. Was es in puncto Ehename und Namensänderung nach der Heirat noch alles zu beachten gibt, erfahren Sie hier!

Die Heiratsurkunde und Namensänderung nach der Hochzeit

Der neue Ehename wird auf der Heiratsurkunde vermerkt. Das Glück ist perfekt – Sie sind nun verheiratet. Doch Vorsicht: Wer denkt, dass es damit getan sei, der irrt. Denn mit der Heiratsurkunde ist der neue Ehename noch nicht offiziell. Es müssen noch viele weitere Änderungen vorgenommen werden, wofür die Heiratsurkunde dann als Kopie erforderlich ist. Selbstverständlich hat der ganze Papierkram aber auch noch Zeit bis nach den Flitterwochen. Eine Checkliste mit allen wichtigen Punkten für die offizielle Änderung des Nachnamens nach der Hochzeit gibt es hier:

Sorgenlos ins Eheglück mit der Checkliste für den neuen Ehenamen

  • Die Heiratsurkunde kopieren
    Damit der neue Ehename bei allen Ämtern und Dokumenten vermerkt werden kann, ist die Heiratsurkunde in Kopie erforderlich. Am besten also nach der Hochzeit die Heiratsurkunde gleich mehrfach kopieren – die nächsten Checklisten-Punkte zeigen, wofür sie benötigt werden. Alternativ: Vieles kann heute bereits online erledigt werden. Das Einscannen der Heiratsurkunde kann eine Menge Porto sparen. Sie wird dann einfach per Mail an die betreffenden Stellen geschickt.
  • Den neuen Ehenamen als Unterschrift üben
    Den neuen Ehenamen überlegt man sich natürlich schon vor dem ersten Termin beim Standesamt. Bevor die standesamtliche Trauung stattfindet, sollte die neue Unterschrift also bereits fleißig geübt worden sein. In Vorfreude auf das tolle Ereignis und den neuen Namen werden Sie dies im Vorfeld bestimmt sowieso heimlich getestet haben. Und damit auf der Heiratsurkunde alles schick aussieht, kann es tatsächlich nicht schaden, wenn die Unterschrift durch ausreichend Probe flüssig und rund niedergeschrieben wird.

 

Der neue Ehename will geübt werden: Schreiben, schreiben, schreiben! (Foto: © alena0509 / Dollar Photo Club)

Der neue Ehename will geübt werden: Schreiben, schreiben, schreiben! (Foto: © alena0509 / Dollar Photo Club)

  • Gesetzlich vorgeschriebene Änderungen – der Ehename auf Personalausweis, Reisepass und Co.
    Nach einer Namensänderung durch Heirat müssen offizielle Dokumente wie der Personalausweis und der Reisepass zeitnah geändert werden. Bereits mit der Bescheinigung über die Anmeldung der Eheschließung, die man nach der Terminvereinbarung beim Standesamt bekommt, kann der neue Ausweis beantragt werden. Dazu muss allerdings der künftige Ehename vermerkt sein, außerdem muss ein neues Foto vorhanden sein. Werden der neue Ausweis und der Reisepass rechtzeitig beantragt, können sie abgeholt werden, sobald die standesamtliche Trauung vollzogen ist. So können Frischvermählte bereits mit demselben Nachnamen in die Flitterwochen starten. Die Änderung des Führerscheins ist übrigens nicht zwingend notwendig. Wird der Führerschein mit dem alten Namen behalten, muss bei Kontrollen jedoch zusätzlich der Personalausweis vorgezeigt werden.
  • Banken und Versicherungen informieren
    Über den neuen Namen müssen viele Stellen informiert werden. Arbeitgeber, Banken und Versicherungen stehen hierbei ganz vorne. Ein Blick ins Portemonnaie kann helfen, die wichtigsten Adressen zusammenzustellen. Denn alle ausgestellten Karten, auf denen sich ein Name befindet, müssen erneuert werden. Hinzu kommen Banken, bei denen Kreditverträge oder Lebensversicherungen laufen, sowie Versicherungen aller Art. Auch der Telefonanbieter, der Stromlieferant und die GEZ benötigen die neuen Angaben. Hier kann die eingescannte Heiratsurkunde eine Menge Arbeit und Geld sparen. Oft wird heute keine Kopie in Papierform mehr benötigt, um seine Angaben zu ändern. Bei vielen Firmen können die Angaben zur Person online geändert und die Urkunde als Dokument angehängt werden.
  • Vereine und Kundenkonten
    Viele Menschen haben zahlreiche Kundenkonten, bei denen sie ihre Daten hinterlegt haben. Auch diese sollten nach und nach geändert werden, vor allem, wenn dies die Lieferadresse betrifft. Vereine und Gewerkschaften müssen ebenso informiert werden wie die Bibliothek oder der Zeitschriftenverlag, bei dem Sie Ihre Tageszeitung abonniert haben. Ärzte können nach und nach bei den folgenden Besuchen über den neuen Namen informiert werden. Damit keine Post verloren geht, wenn plötzlich der Name an der Tür nicht mehr stimmt, sollten für eine Übergangszeit sowohl der neue als auch der alte Name an der Tür stehen, bis alle Änderungen vorgenommen sind.
Das Jawort ist gegeben, die Ehe besiegelt. Bei den meisten Eheleuten zeigt der gemeinsame Name, dass sie zusammen gehören. (Foto: © Christoph Hähnel / Dollar Photo Club)

Das Jawort ist gegeben, die Ehe besiegelt. Bei den meisten Eheleuten zeigt der gemeinsame Name, dass sie zusammen gehören. (Foto: © Christoph Hähnel / Dollar Photo Club)

Welcher Name darf es sein?

Bevor der neue Ehename auf die Heiratsurkunde kommt, muss sich das Paar aber zunächst auf den künftigen Namen einigen. Während es lange Zeit üblich und sogar vorgeschrieben war, dass die Frau den Namen des Mannes annimmt, gibt es heute noch weitere verbreitete Optionen. Viele Paare wissen bereits bei der Anmeldung auf dem Standesamt, welchen Namen sie nach der Trauung tragen wollen. Dies ist praktisch, wenn der neue Ausweis bereits im Vorfeld beantragt werden soll. Doch endgültig entscheiden müssen sich Paare erst am Tag der Trauung. Auch eine bereits getroffene Entscheidung zu ändern, ist noch bis zur Trauung möglich. Die Unterschrift unter der Heiratsurkunde wird schon mit dem neuen Namen geleistet. Ist der Name einmal festgelegt, kann er nicht mehr geändert werden. Die einzige Ausnahme: Wenn beide Ehepartner ihre eigenen Namen behalten haben, können sie innerhalb von fünf Jahren nach der Heirat einen der beiden Namen als gemeinsamen Familiennamen auswählen.

Ist jeder Doppelname erlaubt und kann man seinen Namen auch behalten?

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Familiennamen haben Paare verschiedene Möglichkeiten. Sie können sich auf einen gemeinsamen Namen einigen, ihre Namen behalten oder einen Doppelnamen wählen. Allerdings darf ein Doppelname nach Heirat laut Namensrecht nur von einem der beiden Partner getragen werden. Vor allem wenn Kinder geplant oder bereits vorhanden sind, sollte die Namenswahl mit Bedacht ausfallen.

Möglichkeiten zur Namenswahl nach der Heirat

Es heiraten Paul Schulz und Erika Müller.

Entscheidungshilfen für die Namenswahl

Ehename
Manche Paare tun sich schwer mit der Entscheidung für den oder die Namen, den oder die sie nach der Heirat tragen wollen. Manche Leute hängen sehr an ihrem Namen, er hat eine besondere Bedeutung oder es gibt bereits Kinder, die den gleichen Namen haben. Stammen diese von einem ehemaligen Partner, kann es bei einer Hochzeit mit Namensänderung passieren, dass die Kinder fortan einen anderen Namen haben als ihre Mutter oder ihr Vater, was viele Eltern nicht wollen. Ein Doppelname kann hier Abhilfe schaffen, wenn beide Eheleute nicht auf ihren Namen verzichten wollen. Wird ein Doppelname gewählt, wird trotzdem einer der beiden Namen als Familienname festgelegt. Diesen Namen erhalten spätere Kinder, die in der Ehe geboren werden, da sie nicht ab Geburt einen Doppelnamen tragen dürfen.

Ausnahmen beim Ehenamen

Bei der Vergabe des Ehenamens gibt es einige Ausnahmen. Hier die wichtigsten Ausnahmen im Überblick:

Doppelnamen als Ehenamen:
Trägt einer der Ehepartner bereits einen Doppelnamen bei der Eheschließung, kann dieser zum Ehenamen werden. In diesem Fall tragen fortan beide Eheleute den gleichen Doppelnamen. Als Familienname kann dieser jedoch nicht festgelegt werden. Gemeinsame Kinder dürfen nur einen der beiden Namen tragen.

Änderung der Namenswahl:
Wird bei der Eheschließung kein Ehename gewählt, behalten beide Partner ihren bisherigen Namen. Innerhalb von fünf Jahren kann einer der beiden Namen auch nachträglich noch zum Ehenamen bestimmt werden. Trägt einer der beiden Partner einen Doppelnamen nach Heirat, kann dieser jederzeit widerrufen werden. Einmal widerrufen, kann der Doppelname nicht wieder angenommen werden. Wurde ein Doppelname als Ehename festgelegt, tragen also beide Partner denselben Doppelnamen, ist eine Änderung des Namens während des Bestehens der Ehe nicht möglich. Eine Namensänderung ist erst nach der Scheidung möglich.