Die Hochzeit steht kurz bevor – vom Traumkleid über die Blumendekoration bis hin zur Playlist für die Party ist alles perfekt organisiert. Vor der standesamtlichen und der kirchlichen Trauung gilt es allerdings, einige Formalitäten zu regeln. Wer behält beziehungsweise ändert seinen Namen? Wird ein Ehevertrag aufgesetzt? Was bedeutet Gütertrennung genau? Und welche Dokumente muss ich zum Standesamt mitbringen? Kurzum: Auf das Brautpaar warten vor dem Heiraten Behördengänge und jede Menge Bürokratie. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Braut beim unterzeichnen der Urkunde

Sowohl vor als auch nach der Hochzeit wollen die Formalitäten gründlich geregelt sein – damit am großen Tag Zeit für das Wesentliche bleibt! Foto: Maria Sbytova – Fotolia

 

Formalitäten vor der Hochzeit: Die Dokumente für das Standesamt

Zur Anmeldung der Hochzeit beim Standesamt müssen beide Partner persönlich erscheinen. Zudem ist zu beachten, dass die Anmeldung zur Trauung mit der Zahlung von Gebühren einhergeht. Welche Unterlagen muss ein künftiges Brautpaar vorlegen, damit es standesamtlich getraut werden kann? Folgende Dokumente sollten bereits mitgebracht werden, wenn beide das Aufgebot bestellen:

Allgemein:

  • Personalausweis oder Reisepass beider Partner
  • Beglaubigte Abschrift des Geburtenbuches
  • Aufenthaltsbescheinigung vom Einwohnermeldeamt

Sonderfälle:

  • Besitzt einer der beiden Partner nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, muss seine Staatsangehörigkeit nachgewiesen werden.
  • Wer bereits geschieden bzw. verwitwet ist, muss eine Scheidungsurkunde bzw. eine Sterbeurkunde des ehemaligen Partners mitbringen.
  • Hat einer der Partner bereits Kinder aus einer früheren Ehe, wird ein vermögensrechtliches Auseinandersetzungs-Zeugnis benötigt.
  • Wurde einer der beiden Partner adoptiert, verlangt das Standesamt in der Regel weitere Dokumente. Dies kann am besten – wie alle anderen Fragen auch – vorher telefonisch abgeklärt werden.

Die Trauung muss innerhalb eines halben Jahres nach der Anmeldung im Standesamt erfolgen. Rechtlich gesehen ist es nicht mehr erforderlich, Trauzeugen mitzubringen, doch folgen noch immer viele Paare dieser Tradition.

Berufliche Veränderungen nach der Heirat

Zunächst bringt eine Heirat steuerliche Veränderungen mit sich. Nach der Vermählung aktualisiert das Finanzamt die Lohnsteuerklasse: Der Partner, der das höhere Gehalt verdient, hat dann meist die Steuerklasse 3, der geringer verdienende die Steuerklasse 5. Verdienen beide gleich viel, empfiehlt sich für beide die Steuerklasse 4. Auch im Beruf warten Formalitäten nach der Hochzeit: Wer im Büro Visitenkarten nutzt, muss sich neue drucken lassen. Auch muss der Arbeitgeber über die Veränderungen bei der Krankenkasse informiert werden. Darüber hinaus muss der frisch Verheiratete eine neue E-Mail-Adresse für seinen Arbeitsplatz erhalten, sofern eine Namensänderung vorliegt, da die E-Mail-Adresse oft aus Vor- und Zunamen oder den Initialen und dem Firmennamen besteht.

 

Private Veränderungen nach der Hochzeit

Nach der Trauung warten im privaten Bereich einige Formalitäten nach der Hochzeit. Das wichtigste ist nach der Heirat, seinen Personalausweis aktualisieren zu lassen, dies geschieht beim zuständigen Einwohnermeldeamt unter Vorlage der Heiratsurkunde. Verfügen die frisch Vermählten über einen Telefonbucheintrag, muss dieser ebenfalls aktualisiert werden. Auch Fahrzeugbrief und Führerschein müssen neu ausgestellt und die Angaben bei Sparkassen oder Banken geändert werden. Nach einer Hochzeit gibt es Veränderungen in der Erbschaftsfolge. Viele Eheleute stellen dem Partner eine Kontovollmacht aus. In puncto Versicherung gibt es für frisch Vermählte gute Nachrichten: Oftmals haben beide Partner jeweils eine eigene Haftpflicht- oder Hausratsversicherung – eine Police für beide genügt. In der Regel werden überflüssige Hausratsversicherungen bereits gekündigt, wenn beide Partner zusammenziehen, oftmals wird dies aber auch vergessen. Auch bei allen anderen Mitgliedschaften im privaten Bereich – sei es im Kegelverein, im Tennisclub oder im Kirchenchor – muss der neue Name bekanntgegeben werden, ebenso wie beim Vermieter. Eine praktische Möglichkeit, Freunden, Kollegen und Verwandten Namensänderungen mitzuteilen, ist die Dankeskarte, die im Anschluss an die Hochzeit versendet wird. Auch eine eventuelle neue Adresse kann dort vermerkt sein, dann sind alle auf dem neuesten Stand.

 

Heiraten mit Namensänderung – was gilt es zu beachten?

War es früher eine Selbstverständlichkeit, dass die Ehefrau mit der Hochzeit den Nachnamen ihres Mannes annahm, ist diese Regelung mittlerweile längst überholt. Heute haben die frisch Vermählten die Qual der Wahl, was die Namensänderung anbelangt. Grundsätzlich gilt aber in jedem Fall: Drum prüfe, wer sich ewig bindet – auch bei der Namensgebung. Den neuen Nachnamen trägt man im besten Fall nach dem Heiraten bis an sein Lebensende. In vielen Familien spielt es zudem eine große Rolle, ob der Familienname in die nächsten Generationen weitergetragen wird, in anderen wiederum erledigen das die Geschwister und man hat selbst völlig freie Hand in der Entscheidung. Folgende Möglichkeiten haben Verheiratete heute:

  • Die Frau übernimmt ganz klassisch den Nachnamen ihres Mannes. Entsprechend tragen alle Nachkommen diesen Namen ebenfalls.
  • Der Mann nimmt den Familiennamen seiner Frau an. Die Kinder tragen denselben Namen.
  • Einer der beiden Partner (nicht beide) entscheidet sich für einen Doppelnamen. Der andere Partner behält seinen Familiennamen. Die Kinder erhalten ebenfalls nur diesen Familiennamen. Welche Reihenfolge die Namen im Doppelnamen einnehmen, bleibt dem Träger überlassen, viele entscheiden nach der Anzahl der Silben und dem Klang des Doppelnamens. Ein Doppelname ist natürlich nicht möglich, wenn beide Partner zufällig denselben Nachnamen haben.
  • Beide Partner behalten ihren Nachnamen. Auch einige Zeit nach der Heirat können beide noch einen gemeinsamen Namen festlegen, falls sie dies wünschen. Spätestens muss dies aber im Zuge der Geburt des ersten Kindes geschehen.
  • Hatte einer der beiden Partner schon vor der Hochzeit einen Doppelnamen, kann er diesen weiterführen, jedoch nicht zusätzlich den Namen des Partners an den Doppelnamen anhängen.

Ehevertrag – Ja oder Nein?

Einen Ehevertrag kennen viele nur aus der Welt der Celebrities – millionenschwere Stars und Sternchen wollen ihr riesiges Vermögen für den eventuellen Scheidungsfall absichern. Doch benötigen auch „normale“ Verlobte eine solche Regelung? Fest steht: Mit der Scheidungsrate steigt heutzutage auch das Bedürfnis vieler Paare, für den Fall der Fälle Regelungen zu treffen, um Ärger und gerichtliche Streitigkeiten zu vermeiden. Viele lehnen einen Ehevertrag kategorisch ab, sagt eine solche Vereinbarung doch für sie bereits das Scheitern der Beziehung voraus. Andere sehen die Angelegenheit pragmatisch und treffen entsprechende Vorkehrungen, um Formalitäten vor dem Heiraten aus der Welt zu schaffen.

Was genau regelt der Ehevertrag? – Rechtliches zur Hochzeit

Der Ehevertrag enthält Regelungen, wie die Ehepartner bei einer Scheidung oder einem Todesfall gestellt sind. Dazu zählen beispielsweise Unterhaltszahlungen für den Partner und Kinder, Güterstand, Rentenregelung und Vermögensausgleich. Möglicherweise erbt einer der beiden Partner beispielsweise eine Immobilie, die er im Falle einer Scheidung in jedem Fall nicht dem Ex-Partner überlassen möchte. Der Ehevertrag muss nicht ein für alle Mal vor der Hochzeit aufgesetzt werden – es ist ratsam für Paare, den Inhalt des Vertrag je nach Lebenssituation regelmäßig anzupassen. Besonders empfiehlt sich ein Ehevertrag dann, wenn die beiden Partner nicht die gleiche Staatsangehörigkeit haben: Dann regelt der Ehevertrag, welches nationale Recht greift, falls ein Partner stirbt oder eine Scheidung bevorsteht. Im Falle einer Verschuldung eines Partners ist es ratsam, im Ehevertrag festzuhalten, dass jeder nur für seine eigenen Verbindlichkeiten haftet. Ebenso empfiehlt sich der Ehevertrag für Selbstständige, um die eigene Firma im Falle einer Scheidung nicht zu gefährden. Ist einer der beiden Partner bereits geschieden und bringt Kinder mit in die zweite Ehe, sorgt ein Ehevertrag dafür, dass der Nachwuchs aus erster Ehe seinen Platz in der Erbfolge hat.

Was bedeuten Zugewinngemeinschaft und Gütertrennung?

Ohne Ehevertrag leben Eheleute im gesetzlichen Güterstand, also der Zugewinngemeinschaft. Mit einem Ehevertrag können Paare alternativ auch den Stand der Gütergemeinschaft oder der Gütertrennung wählen. In diesem Fall erhält jeder Partner im Falle einer Trennung ausschließlich
das, was ihm persönlich gehört. In einem Ehevertrag können verschiedene Varianten des Güterstandes festgehalten werden. So kann beim Güterstand der Zugewinngemeinschaft der Zugewinnausgleich im Scheidungsfall ausgeschlossen, für den Todesfall aber aufrechterhalten werden. Es handelt sich dabei um eine Kombination aus den Vorteilen der Zugewinngemeinschaft mit den Vorteilen der Gütertrennung. Darüber hinaus können die Eheleute im Ehevertrag den Zugewinnausgleich sowohl im Scheidungs- als auch im Todesfall komplett ausschließen.

Sind alle Formalitäten erledigt, hat das Brautpaar den Kopf frei für die Trauung und kann sich auf den großen Tag konzentrieren. Es soll ja schließlich der schönste Tag im Leben werden – am besten ohne Papierkram!