Wer bei den Hochzeitsvorbereitungen nicht im Chaos versinken möchte, braucht eine gute Übersicht, was für die Planung und Anmeldung der Eheschließung benötigt wird. Neben den Hochzeitsvorbereitungen muss auch an die wichtigen Unterlagen fürs Standesamt gedacht werden. Hier lesen Sie, welche Papiere und Fristen bei der standesamtlichen Trauung wichtig sind. Zudem kann es hilfreich sein, sich eine Hochzeitscheckliste zu erstellen. Sie können sich aber auch einfach unsere kostenlose Checkliste zur Hochzeit als PDF herunterladen und wichtige Punkte nach und nach abhaken.

Die standesamtliche Trauung: Wer alle wichtigen Dokumente und Unterlagen fürs Standesamt parat hat, kann sich entspannt das Ja-Wort geben! (Foto: © bildpunkte / Dollar Photo Club)

Die standesamtliche Trauung: Wer alle wichtigen Dokumente und Unterlagen fürs Standesamt parat hat, kann sich entspannt das Ja-Wort geben! (Foto: © bildpunkte / Dollar Photo Club)

Die Anmeldung zur Eheschließung

Was früher unter „Aufgebot“ bekannt war, ist heute die „Anmeldung zur Eheschließung“ (ergo: die Terminvereinbarung für die Trauung). Das Aufgebot machte früher die beabsichtigte Heirat öffentlich, auch um eventuelle Hindernisse wie eine bereits bestehende Ehe zu erkennen. Noch bis 1998 mussten Paare das traditionelle Aufgebot beim Standesamt bestellen. Dann wurde es durch die Anmeldung zur Ehe ersetzt. Ein Aushang über die Anmeldung, wie früher beim Aufgebot üblich, erfolgt heutzutage nicht. Die Hochzeit kann persönlich oder schriftlich beim Standesamt Ihres Haupt- oder Nebenwohnsitzes (sog. Wohnsitzstandesamt) angemeldet werden. In den meisten Fällen empfiehlt sich ein persönlicher Termin vor Ort, da so wichtige Fragen und Details geklärt werden können. Die Trauung selbst kann dann in jedem Standesamt Deutschlands erfolgen.
Welche Unterlagen das Standesamt benötigt, ist unterschiedlich und hängt auch von den persönlichen Verhältnissen ab. Alle Dokumente und Urkunden sind beim Standesamt im Original vorzulegen. Von den benötigten Unterlagen macht sich das Standesamt bei Bedarf die erforderlichen Kopien. Die Anmeldung zur Eheschließung kann frühestens sechs Monate vor der Trauung erfolgen.

Allgemein benötigte Unterlagen fürs Standesamt

Für die Beantragung der Eheschließung gibt es bestimmte notwendige Unterlagen, die je nach individueller Lebenssituation variieren. Nachfolgend stellen wir vor, welche wichtigen Dokumente für Paare in den jeweiligen individuellen Lebenssituationen, eingereicht werden müssen:

Verlobte, unverheiratete Paare benötigen:

Sofern Sie noch nicht verheiratet waren, keine eingetragene Lebenspartnerschaft besitzen und deutsche Staatsbürger sind, sind folgende Unterlagen fürs Standesamt notwendig:

  • Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister:
    Ausgestellt vom Standesamt des Geburtsortes. Sie enthält alle Hinweise zu Namensänderungen, Adoptionen oder sonstigen Berichtigungen. Wichtiger Hinweis: Die beglaubigte Abschrift darf bei Vorlage auf dem Standesamt nicht älter als sechs Monate sein.
  • Erweiterte Meldebescheinigung vom Einwohnermeldeamt des Hauptwohnsitzes:
    Diese Meldebescheinigung darf bei Vorlage auf dem Standesamt nicht älter als 14 Tage sein! Sie wird vom jeweiligen Bürgeramt unter Angabe der Staatsangehörigkeit, des Familienstands und des Wohnsitzes ausgestellt.
    Wichtiger Hinweis: Eine Anmeldebestätigung zur Trauung ist nicht ausreichend – achten Sie auf vollständige Unterlagen. Das Standesamt berät Sie im Zweifelsfall auch persönlich zu besonderen Details und Lebenssituationen. Eine Vorabberatung ist insbesondere bei Partnern mit ausländischer Staatsangehörigkeit notwendig.
  • Gültiger Personalausweis bzw. Reisepass

Zusätzliche Unterlagen fürs Standesamt, wenn ein Partner bereits verheiratet war

Diese Unterlagen brauchen Sie zusätzlich zu den allgemein benötigten Unterlagen, wenn Sie bereits verheiratet waren:

  • Aktuelle beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister der vorausgegangenen Ehe:
    Diese muss den Vermerk über die Auflösung der letzten Ehe enthalten. Sie erhalten diese Unterlagen vom Standesamt, bei dem die Ehe geschlossen wurde.
  • Rechtkräftige Aufhebungsurteile aller bereits vorausgegangenen Ehen:
    Wenn die Ehe durch den Todesfall aufgehoben wurde, ist die Sterbeurkunde des Ehemanns oder der Ehefrau erforderlich.

Zusätzliche Unterlagen, wenn Sie bereits eine Lebenspartnerschaft hatten

Wenn Sie bereits in der Vergangenheit eine Lebenspartnerschaft begründet hatten, sind zusätzlich zu den allgemein erforderlichen Unterlagen diese Dokumente notwendig:

  • Aktuelle Abschrift aus dem Lebenspartnerregister:
    Diese muss den Auflösungsvermerk über die zuletzt eingetragene Lebenspartnerschaft enthalten. Sie erhalten diese Unterlagen vom Standesamt, bei dem Sie die vorherige Lebenspartnerschaft begründeten.
  • Rechtskräftige Aufhebungsurteile aller bereits eingegangenen Lebenspartnerschaften:
    Im Todesfall wird die Sterbeurkunde des vorherigen Lebenspartners benötigt.

Zusätzliche Unterlagen, wenn Sie bereits Kinder haben

Wenn Sie bereits ein Kind oder mehrere Kinder haben, benötigen Sie für die Beantragung der Eheschließung zusätzlich zu den allgemeinen o.g. Unterlagen folgende Dokumente:

  • Geburtsurkunde des Kindes:
    Beziehungsweise die beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister – diese erhalten Sie beim Standesamt des Geburtsortes des Kindes. In der Geburtsurkunde müssen beide Eltern vermerkt sein.
  • Urkundliche Anerkennung der Vaterschaft (jedes Kindes)
  • Urkundliche Erklärung des gemeinsamen Sorgerechts (Sorgerechtserklärung, falls eine solche abgegeben wurde)

Tipp: Da es abhängig vom Wohnort und jeweiligen Standesamt unterschiedliche Anforderungen geben kann, sollten sich vorab bei Ihrem Standesamt frühzeitig zu den erforderlichen Unterlagen erkundigen.

Fälle, bei denen ein Kontakt zum Standesamt ratsam ist

In folgenden Fällen ist der persönliche Besuch beim Standesamt empfehlenswert, um zu erfahren, welche Unterlagen für die Eheschließung im Detail erforderlich sind:

  • Ein Partner wurde adoptiert.
  • Einer der Partner verfügt über eine ausländische Staatsbürgerschaft.
  • Einer der Partner wurde nicht in Deutschland geboren.
  • Ein Partner war bereits einmal im Ausland verheiratet bzw. war im Ausland in einer Lebenspartnerschaft.

Für eine persönliche Auskunft beim Standesamt ist in der Regel ein gültiger Personalausweis beziehungsweise ein Reisepass vorzulegen.

Ablauf der standesamtlichen Trauung

Eine standesamtliche Hochzeit ist grundsätzlich eher nüchtern gehalten und weniger zeremoniell als eine kirchliche Trauung. Dennoch geben sich Standesbeamte heutzutage große Mühe, eine standesamtliche Trauung in einer würdigen Form abzuhalten und auf die individuellen Wünsche des Brautpaares einzugehen. Wer Wert darauf legt, dass die Hochzeit auf dem Standesamt nicht nur wie ein Verwaltungsakt über die Bühne geht, sollte dies im Vorfeld unbedingt mit dem zuständigen Standesbeamten besprechen. Schließlich gibt es heutzutage viele Paare, die lediglich standesamtlich heiraten und das im Kreis der Familie und mit Freunden dennoch feierlich begehen möchten. Wenn Sie dies wünschen, sollten Sie an die nachstehenden Punkte bei der Hochzeitsplanung denken:

  • Auf welchem Standesamt soll die Trauung stattfinden?
  • Wie viele Gäste sollen kommen bzw. können im Saal Platz nehmen?
  • Erfragen Sie, ob eine kleine Rede vom Standesbeamten vorbereitet werden kann.
  • Die standesamtliche Trauung dauert zwischen 20 und 30 Minuten.
  • Gibt es Trauzeugen?
  • Soll der Ringtausch während der Trauung auf dem Standesamt stattfinden?

Der eigentliche Ablauf der Trauung geht mit einigen Formalitäten einher. Dazu zählt unter anderem, dass der Standesbeamte zunächst erfragt, ob sich seit der Anmeldung zur Eheschließung noch einmal Änderungen ergeben haben. Im Anschluss kann der eigentliche Akt erfolgen, das heißt, Sie können sich als Paar das Ja-Wort geben. Hierbei werden Sie aufgefordert, sich zu erheben. Traditionell wird zunächst der Mann befragt, ob es sein freier Wille ist, die anwesende Frau zu ehelichen. Danach wird die Frau befragt, ob es ihr freier Wille ist, mit dem anwesenden Mann die Ehe einzugehen. Nachdem beide die Frage mit Ja beantwortet haben, bestätigt der Standesbeamte die rechtmäßige Eheschließung. Final wird die Niederschrift über die Schließung der Ehe vorgetragen, von Ihnen unterschrieben und – falls vorhanden – auch von den Trauzeugen unterzeichnet.

Niederschrift über die Eheschließung (Foto: © alena0509 / Dollar Photo Club)

Niederschrift über die Eheschließung (Foto: © alena0509 / Dollar Photo Club)

Wichtig: Bedenken Sie, dass Sie im Falle einer Namensänderung bei der standesamtlichen Trauung die Dokumente mit Ihrem neuen Namen unterschreiben müssen. Üben Sie zu Hause also schon einmal ein wenig, damit Ihnen die Unterschrift auf der Niederschrift auch gefällt.

Kosten der standesamtlichen Trauung

Für die erforderlichen Unterlagen fürs Standesamt, zum Beispiel die Abschrift aus dem Geburtenregister oder beglaubigte Abschriften, fallen mitunter auch Kosten an. Von Bundesland zu Bundesland können diese allerdings unterschiedlich sein, denn auch die Preise der Behörden sind zum Teil nicht einheitlich. Ähnlich verhält es sich mit den Kosten für die eigentliche standesamtliche Trauung. Sie liegen im Normalfall bei etwa 40 Euro. Dies kann jedoch auch variieren. Weitere geringe Kosten entfallen dann noch auf die Ausstellung der Heiratsurkunde für die beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch und auch bei einer Doppelnamenserklärung müssen weitere geringfügige Kosten kalkuliert werden. Am besten informieren Sie sich hierzu bei Ihrem zuständigen Standesamt. Dann sollte auch Ihrem Ja-Wort auf dem Standesamt nichts mehr im Wege stehen!