Er ist das wohl wichtigste Accessoire am Hochzeitstag. Denn eine Braut ohne Brautstrauß ist vollkommen undenkbar. Deshalb sollte sie bei der Auswahl des Bouquets mit großer Sorgfalt vorgehen. Doch wie findet man eigentlich den perfekten Strauß? Welche Blumen passen am besten und welche Farben sollten gewählt werden? Ob Sie den liebevoll zusammengestellten Brautstrauß wirklich durch die Luft werfen müssen und welche Formen es bei der Bindung gibt, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag. Außerdem geben wir Tipps für eine passende Blumendekoration zur Hochzeit und zur Wahl der Blume für das Einsteckloch am Jackett Ihres Bräutigams.

Der Brautstrauß ist am Hochzeitstag das schönste Accessoire der Braut. (Foto: © pure-life-pictures / Dollar Photo Club)

Der Brautstrauß ist am Hochzeitstag das schönste Accessoire der Braut. (Foto: © pure-life-pictures / Dollar Photo Club)

Die Geschichte des Brautstraußes

Um die heutige Bedeutung der Blumen zu verstehen, ist es zunächst wichtig, sich einmal die Geschichte der Brautsträuße vor Augen zu führen. In der Forschung wird davon ausgegangen, dass sich Frauen schon seit vielen Jahrhunderten mit Blumen schmückten, um religiöse Anlässe zu ehren. Dabei kamen mit Blumen gebundene Kränze oder Ketten zum Tragen. Im 16. Jahrhundert fanden sich die ersten typischen Brautsträuße. In schlechtgelüfteten Kirchen sollte die Braut nicht in Ohnmacht fallen, weshalb Sie einen Strauß aus Blumen und belebenden Kräutern tragen durfte, der ihr von Zeit zu Zeit wohlduftend zur Seite stand. Statt den heute beliebten Pfingstrosen kamen damals vor allem Rosmarin und Myrte zum Einsatz. Aber auch rote Blumen waren als Zeichen der Liebe schon damals gern gesehen. Erst im 17. Jahrhundert zog der Brautstrauß als Brautdekoration in die Kreise des Adels ein. Hier galt ein kleiner, enggebundener Strauß mit Biedermeiercharme als besonders schick.

Wer darf den Brautstrauß aussuchen?

Wussten Sie, dass traditionell der Bräutigam den Brautstrauß aussucht und mit zur Hochzeit bringen muss? Jetzt aber keine Sorge, liebe Bräute, die künftige Schwiegermutter darf Ihren Liebsten bei der Wahl beraten und ihn zum ausgewählten Floristen begleiten. Deshalb sollten Sie vorher Ihre Wünsche bezüglich Farben, Blumen und Bindung ganz genau schildern. Einige Floristen versichern sich vorsichthalber auch nochmal bei der Braut und rufen heimlich an, um selbst die Wünsche in Erfahrung zu bringen. Beim Besuch des Bräutigams geben sie dann die richtigen Tipps und der Brautstrauß passt ideal zum Kleid und zur Persönlichkeit der Braut.

Welche Blumen passen zu welcher Jahreszeit?

Je nachdem, wann Sie im Jahr heiraten, kann es vor allem finanziell relevant sein, auf die Blütezeit bestimmter Blumen zu achten. Zudem wirken zur Jahreszeit passende Blumen oft harmonischer als solche, die gerade keine Saison haben. Im Frühling gedeihen beispielsweise Maiglöckchen, Christrosen, Forsythien und Tulpen. Der Sommer lässt Pfingstrosen, Lavendel, Eisenhut und Kornblumen erblühen. Im Herbst machen sich Dahlien, Chrysanthemen, Strandflieder oder Orchideen wunderbar im Brautstrauß und auch im Winter haben Sie einige Auswahl. Efeu, Alpenveilchen, Hyazinthen oder Hängekätzchenweiden lassen Ihren Strauß wunderschön werden. Wer lieber zu Ganzjahresblumen greifen möchte, kann Gerbera, Lilien, Flammenblumen oder Nelken wählen. Wer jetzt ein bisschen überfordert mit der Auswahl ist, kann sich auch an der sogenannten Sprache der Blumen orientieren und eine Bedeutung aussuchen, die besonders zu dem Brautpaar passt.

Die Sprache der Blumen: Welche sind die richtigen für mich?

Bei der Hochzeit sollte es vor allem um Ihre Vorlieben gehen. Deshalb sollten Sie sich von den Blumenarten und ihrer Bedeutung wenig beeindrucken lassen. Für den Fall, dass Sie sichergehen möchten, dass Ihr Brautstrauß keine unpassende Botschaft vermittelt, haben wir Ihnen ein kleines Einmaleins der Blumensprache zusammengestellt.

  • Christrose:
    Die Christrose kann schon in der Weihnachtszeit die ersten Blüten zeigen und verheißt Schutz für die Verliebten sowie ein erfülltes Leben.
  • Chrysantheme:
    Sie steht für Beständigkeit und ist in der Farbe Rot zugleich ein Zeichen Ihrer Liebe.
  • Efeu:
    Der immergrüne Efeu symbolisiert passenderweise die ewige Treue. Kombinieren Sie ihn im Brautstrauß am besten mit farbigen Blüten.
  • Flieder:
    Flieder hat nicht nur einen betörend schönen Duft, sondern steht auch für eine beginnende große Liebe.
  • Gerbera:
    Die Gerbera verheißt ein schönes Leben und schmückt Ihren Strauß mit noch mehr Fröhlichkeit.
  • Lilie:
    Die Lilie steht besonders in der weißen Ausführung für Reinheit und Unschuld. Sie kann aber auch den Glauben symbolisieren und ist ein Zeichen des Friedens. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass die weiße Lilie oft bei Beerdigungen zum Einsatz kommt. Auch hier dient sie als Symbol des Glaubens und des Friedens.
  • Orchidee:
    Diese zarte Blume steht für Bewunderung. Sie hat durch ihre besondere Form einen ganz eigenen Platz unter den Blumen für die Hochzeit.
  • Pfingstrose:
    Pfingstrosen gibt es in verschiedensten Farben. In Rot bedeuten sie, dass ein Überfluss an Liebe vorhanden ist. Weiße Pfingstrosen sollen Scham verheißen.
  • Tulpe:
    Tulpen stehen für viel Gefühl und große Zuneigung. Übrigens: Je dunkler die Farbe, desto größer die Zuneigung.
    Neben der Blume an sich können Sie auch mit der Farbwahl auf der Hochzeit eine gewisse Symbolik sprechen lassen. Das klassische Rot symbolisiert Liebe und Zuneigung, während Blau für Romantik, Treue und Erholung steht. Die Farbe der Hoffnung ist Grün. Rosa und Violett vermitteln zarte Gefühle und Herzlichkeit. Gelb- und Orangetöne versprühen positive Energie und bringen Lebensfreude in die
    frischgeschlossene Ehe. Aber Achtung: Gelbe Rosen hingegen stehen für Eifersucht!
Die Farbe Rot symbolisiert traditionell innige Liebe und Leidenschaft. (Foto: © bildschoenes / Dollar Photo Club)

Die Farbe Rot symbolisiert traditionell innige Liebe und Leidenschaft. (Foto: © bildschoenes / Dollar Photo Club)

Die verschiedenen Formen von Brautsträußen

Wenn Sie bereits wissen, zu welcher Jahreszeit Sie heiraten werden und in welchem Stil Ihr Hochzeitskleid designt sein wird, dann können Sie einfach die Form Ihres Brautstraußes bestimmen. Wählen Sie die passenden Blumen in der richtigen Farbe aus und entscheiden Sie sich für eine der drei Grundformen von Blumensträußen:

  • Tropfenform
  • Armstrauß
  • Kugelform

In selteneren Fällen kann auch eine außergewöhnliche Form gewählt werden, die zum Beispiel ein Herz, zwei Ringe oder eine Spirale darstellt. Hier werden meist zurückhaltende Blumen gewählt, da der Fokus auf der Form des Brautstraußes liegt.

Brautstraußwerfen und der Trend zum Zweitstrauß

Das Werfen des Brautstraußes ist besonders für die weiblichen Gäste auf Hochzeiten der Höhepunkt. Traditionell wirft die Braut den Strauß über die Schulter nach hinten in die Menge unverheirateter Frauen. Die Fängerin darf den Brautstrauß behalten und wird als nächste Braut prophezeit. Die meisten Bräute trennen sich allerdings nicht gerne von dem liebevoll ausgewählten Bouquet. Deshalb hat sich in jüngster Zeit der Trend zum Zweitstrauß entwickelt. Der Bräutigam besorgt hier passend zum eigentlichen Brautstrauß eine kleinere Ausführung zum Werfen. Aber Obacht, liebe Bräute: Zusätzlich zum Brautstraußwerfen gibt es auch den Brauch des Brautstraußstehlens. Der Gast, der es schafft, der Braut den Strauß in einem unachtsamen Moment zu stehlen, der darf eine Auslöse verlangen. Wird diese nicht beglichen, können die schönen Blumen als Souvenir von der Hochzeit mit nach Hause genommen werden.
Wenn Sie Ihren Strauß behalten, sollten Sie ihn nach der Zeremonie auf keinen Fall wieder ins Wasser stellen, sondern ihn schnellstmöglich trocknen lassen. Hängen sie ihn kopfüber an einem kühlen und dunklen Ort auf, um die Schönheit ideal zu erhalten. So haben Sie lange Freude an Ihrem Brautstrauß.

Das Brautstraußwerfen ist für viele ein Highlight auf der Hochzeit. (Foto: © kavastudio / Dollar Photo Club)

Das Brautstraußwerfen ist für viele ein Highlight auf der Hochzeit. (Foto: © kavastudio / Dollar Photo Club)

Die Blume für den Bräutigam und Tischdekoration

Ob Sie ein Farb- und Blumenkonzept wählen, dass sich durch die ganze Hochzeit zieht, ist in ersten Linie natürlich Ihnen überlassen. Die Feier strahlt allerdings eine besondere Harmonie aus, wenn Sie sich auf maximal drei Farben festlegen und diese in der Dekoration immer wiederkehren. Greift der Brautstrauß diese Farben auf, entsteht ein wunderschönes, einheitliches Bild. Die Farben können Sie außerdem schon bei den Einladungskarten einfließen lassen und mit den Danksagungen abschließen. Trägt Ihr Liebster zum Hochzeitstag ein Jackett, kann hier ein farblich passendes Einstecktuch in der Brusttasche platziert werden. Je nach Wunsch können Sie einen Blumenanstecker kombinieren oder das Einstecktuch ganz weglassen. Die Blume sollte in jedem Fall auch in Ihrem Brautstrauß vorkommen. So stellen sie beide schon auf dem Weg zur Trauung eine optische Einheit dar.