Es muss ja nicht gleich das voreheliche Beratungsgespräch sein, aber ein paar entscheidende Dinge sollten Sie als Paar vor der Hochzeit besprochen haben. Vielleicht ist es auch das Letzte, worüber Sie sich zurzeit Gedanken machen. Schließlich findet Ihre Hochzeit in knapp einem Monat statt?

Ohne die Romantik vor der Hochzeit zu bremsen, es gibt ein paar Gespräche, die Sie mit Ihrem Partner vor dem großen Tag geführt haben sollten. Idealerweise vielleicht schon vor der Verlobung.

Diskussionsstoff für die Zeit vor der Hochzeit

Natürlich sollen Sie nicht streiten und Grundsatzdiskussionen anzuzetteln, ist generell keine gute Idee. Ein paar wichtige Vorstellungen vom Leben, gemeinsame Werte und Ziele sollten Sie aber teilen – sie sind die Basis für eine glückliche Hochzeit und Ehe.

1. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Kinder oder keine Kinder?

© LynxVector / Dollar Photo Club

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Wenn dieses Thema nicht bereits hinlänglich besprochen wurde, ist es spätestens jetzt an der Tagesordnung: Kinder, ja oder nein? Das Gespräch sollte allerdings nicht bei einem gemeinsamen „Ja, wir wollen Kinder“ oder „Nein, wir wollen keine“ enden. Auch Fragen zur Kindeserziehung sind zu klären. „Wie verhalten wir uns, wenn das Kind nicht gehorchen will?“. Laut Familien- und Paartherapeuten sind dies klassische Streitpunkte und Krisensituationen, die Paare in einer Ehe durchlaufen.

Bei der Frage „Wie viele Kinder wollen wir haben?“ hingegen sind verschiedene Vorstellungen und Wünsche zunächst vollkommen ok. Meist findet das Paar nach dem ersten Kind heraus, wie viele Kinder es sich in Zukunft wünscht. Wer also vor der Hochzeit noch nicht über die gewünschte Anzahl an Kindern übereinstimmt, muss sich keine Sorgen machen.
Wichtig ist, dass die grundlegende Einstellung zum Thema die gleiche ist. Und vor allem die Frage geklärt ist: „WANN wollen wir Kinder?“

2. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Geld und Karriere

© ylivdesign / Dollar Photo Club

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Einer der häufigsten Streitpunkte in der Ehe sind die Finanzen. Vor der Hochzeit sollten Sie klären, wie die Budgets in Zukunft verteilt sind. Wollen Sie weiterhin getrennte Konten führen oder legen Sie sich ein gemeinsames Partnerkonto zu? Eine Möglichkeit ist es, getrennte Konten beizubehalten, gleichzeitig aber ein gemeinsames Konto für allgemeine Ausgaben wie Miete, Pacht, Verpflegung und Strom zu führen. Persönliche Ausgaben können dann über das weiter bestehende eigene Konto getätigt werden. Wichtig ist, dass Sie ein Modell finden, dass sie beide zufrieden stellt. Auch hierbei gibt es wie bei anderen heiklen Themen keine Patentlösung.

Und wenn Sie gerade schon im Thema sind, bietet sich jetzt auch die Möglichkeit, über zukünftige Karrierepläne zu sprechen. „Wo siehst du dich in 5 Jahren?“ – auch wenn die Frage zunächst banal erscheint, kann sie viele Antworten auf weitere spannende Aspekte aufzeigen. Wenn es Uneinigkeit über die täglichen Arbeitszeiten gibt, ist dies übrigens noch kein Grund zur Sorge. Ein größeres Thema wird es vielleicht schon, wenn jemand nach der Hochzeit täglich 12 bis 14 Stunden auf der Arbeit verbringt. Auf der anderen Seite kann es für beide von Vorteil sein, wenn auf diese Weise finanzielle Stabilität in die Ehe kommt. Auf lange Sicht ist dies dann ein Tauschgeschäft, das Eheleute durchaus eingehen sollten.

3. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Richtig streiten

© vvalentine / Dollar Photo Club

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Kleine Streitereien lassen sich meist nicht verhindern, auch nach der Hochzeit nicht. Was sich aber ändern lässt, ist wie Paare mit Streitsituationen umgehen. Problematisch wird es beispielsweise, wenn der eine bei Streitigkeiten abblockt und nicht mehr redet, während der andere nicht zu Bett gehen kann, ohne das Problem auszudiskutieren.
Hier sollte ein gemeinsamer Konsens gefunden werden und jeder sollte versuchen, sich ein wenig zurück zu nehmen.

Typische Streitpunkte vor und nach der Hochzeit sind übrigens der Haushalt und die häuslichen Pflichten wie Bad putzen und Ähnliches. Es ist ok, hier Meinungsverschiedenheiten zu haben oder ein anderes Bedürfnis nach Ordnung zu verspüren. All dies sind Kleinigkeiten, an denen sich gut arbeiten lässt, wenn die Kommunikation stimmt.

4. Gesprächsthema vor der Hochzeit: K.O.-Kriterium einer Ehe

Wenn es etwas gibt, das man als Partner in einer Ehe nicht toleriert, sollte dies auf jeden Fall vor der Hochzeit thematisiert werden. Sie können es auf den Tod nicht ausstehen, wenn ihr Partner ständig flirten würde? Ein Thema, das vor der Hochzeit auf jeden Fall vom Tisch sein sollte. Oder würde es Sie nerven, wenn Ihre Frau das gesamte Ersparte regelmäßig bei Shopping-Touren verprasst? Ansprechen, bitte! Es gibt viele heikle Themen, die Sie als Partner auf die sprichwörtliche Palme bringen könnten. Wichtig ist nur, dass Sie die Grenzen und K.-o.-Kriterien des anderen kennen. Besser spät als zu spät!

5. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Hobbies und Freizeit

© Alex White / Dollar Photo Club

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Paare, die die gleichen Hobbies pflegen, haben es häufig leichter. Das Verständnis für die große Leidenschaft ist einfach da, weil man sie ja teilt und so viel leichter nachvollziehen kann. Unausgeglichen wird es meist dann, wenn einer einem Hobby nachgeht, der andere aber gar keins hat. Dann fällt es dem Partner schwer, Verständnis für Fussballverein, Bundesliga und Co. aufzubringen. Loten Sie daher vor der Hochzeit aus, wie viel Bedeutung und Zeit das Hobby des anderen einnimmt. Ein weiterer Streitpunkt – vor als auch nach der Hochzeit – kann die Gestaltung der Freizeit sein. Sie geht leidenschaftlich gerne ins Theater – Er ist hingegen eher der Kulturbanause? Schaffen Sie Ausgleich, indem Sie nach Alternativen suchen. Ins Theater kann auch der beste Freund oder die beste Freundin mitgehen. Grundsätzlich aber ist es immer auch schön und wohltuend für jede Beziehung, wenn gemeinsame Dinge erlebt werden. Überlegen Sie, was Ihnen beiden Spaß bringt und suchen Sie sich gegebenenfalls sogar ein gemeinsames Hobby. Dies kann wie Klebstoff für die eigene Ehe sein…

6. Gesprächsthema vor der Hochzeit: Gemeinsame Werte

© elenaostapenka / Dollar Photo Club

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Werte, moralische Vorstellungen und Religion sind auch heutzutage Themen, die zu großen Konflikten führen können. Wer es nicht schon längst getan hat, sollte sich die Zeit nehmen, mit seinem Partner die wirklich wichtigen Dinge zu besprechen. Welche Werte sind einem wichtig? Wie sehen konkret die eigenen moralischen Vorstellungen aus? Und welche Rolle spielt die Religion dabei? Dies bestimmt ja auch oftmals, wie geheiratet werden soll. Wenn der eine Partner stark gläubig ist, der andere hingegen nicht, kann dies schon zu ganz unterschiedlichen Vorstellungen einer Hochzeit führen. Für den einen ist eine Hochzeit mit kirchlicher Trauung das absolut wichtigste – für den anderen hingegen eine Trauung in der Kirche kaum vorstellbar. Und wie sieht es aus, wenn Sie unterschiedlichen Konfessionen angehören? Vorweg sei gesagt: Auch dies sind lösbare Dinge. Mit der nötigen Toleranz und dem gegenseitigen Respekt voreinander lässt es sich gelassen und entspannt in den Hafen der Ehe einlaufen.